FC Lugano: Zwischen historischen Triumphen und US-amerikanischer Zukunft

Geschichte: Von den frühen Meisterschaften bis zum Neuanfang

Der Football Club Lugano wurde am 28. Juli 1908 gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Vereinen des Schweizer Fussballs. Die Bianconeri, wie die Mannschaft aufgrund ihrer schwarz-weissen Farben genannt wird, feierten ihre grössten Erfolge in den 1930er- und 1940er-Jahren. In den Jahren 1938, 1941 und 1949 gewann der Club dreimal die Schweizer Meisterschaft. Hinzu kommen vier Cupsiege (1931, 1968, 1993 und 2022), wobei der FC Lugano bis heute die einzige Tessiner Fussballmannschaft ist, die den Schweizer Cup überhaupt gewinnen konnte.

Nach finanziellen Problemen musste der Verein 2003 Konkurs anmelden und wurde aus der Liga genommen. Die aus dem Bankrott hervorgegangene AC Lugano trat die Saison 2003/04 in der 2. Liga interregional an. Am 1. Juli 2004 erfolgte die Fusion mit dem FC Malcantone Agno zur AC Lugano. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums wurde der Verein am 24. Juni 2008 wieder in FC Lugano umbenannt. Nach dem Wiederaufstieg 2015 spielt der Club seither wieder in der Super League.

US-Investor Joe Mansueto und neue Vereinsstrukturen

Im August 2021 übernahm der US-amerikanische Milliardär Joe Mansueto, Besitzer der MLS-Franchise Chicago Fire, den FC Lugano. Seither arbeiten die beiden Clubs als Partnervereine zusammen. Unter der neuen Führung wurde die Professionalisierung vorangetrieben, unter anderem durch den Beizug externer Marketing- und PR-Experten sowie den Einbau einer neuen Lounge im Stadion.

Im Jahr 2024 wurde mit Philippe Regazzoni ein neuer Präsident gefunden, der den langjährigen Angelo Renzetti ablöste. Regazzoni bildet zusammen mit CEO Martin Blaser und Verwaltungsratsmitglied Georg Heitz die neue Führungsspitze. Die neuen Besitzer hätten bislang zwei Millionen Franken in den Verein investiert, um Schulden zu begleichen.

Aktuelle sportliche Lage und Trainerstab

Seit September 2021 betreut Mattia Croci-Torti die erste Mannschaft. Der Schweizer Trainer mit Vertrag bis 2028 löste damals Abel Braga ab. Croci-Torti führte den Verein 2022 zum vierten Cupsieg der Vereinsgeschichte. Zuvor hatten in den Jahren 2018 und 2019 mehrere Trainerwechsel stattgefunden: Fabio Celestini, der zuvor den dritten Platz und die Europa-League-Qualifikation erreicht hatte, wurde im Oktober 2019 nach einer Serie von nur einem Sieg aus elf Spielen entlassen. Auf ihn folgte Maurizio Jacobacci.

Der aktuelle Kader weist ein Durchschnittsalter von 25,9 Jahren auf und besteht zu 64,3 Prozent aus Legionären. Fünf Spieler gehören A-Nationalmannschaften an. Zu den Leistungsträgern zählen Renato Steffen, Kevin Behrens und Anto Grgic. Nach einem schwierigen Saisonstart mit Niederlagen gegen Thun, Sion und Celje in der Conference-League-Qualifikation stärkte Sportchef Sebastian Pelzer dem Trainer öffentlich den Rücken und schloss einen Trainerwechsel aus.

Stadion und Fans

Der FC Lugano trägt seine Heimspiele im Stadio di Cornaredo aus. Das Stadion wurde 1951 eröffnet und bietet Platz für 6'330 Zuschauer auf einer architektonisch ansprechenden Tribüne. Zur Erfüllung der Sicherheitsstandards der Swiss Football League wurde die Kapazität von einst 10'500 reduziert.

Die Fangemeinde ist im gesamten Kanton Tessin verankert, von Airolo bis Chiasso. Offizielle Fans Clubs gibt es unter anderem in Lugano, Biasca, Viganello und Paradiso, die flächendeckende Unterstützungsarbeit leisten.